Hamamelis ist eine magische Pflanze der Ureinwohner Amerikas. Zum einen wegen ihrer Blüte im Winter und zum anderen wegen ihrer grossen Wirkkräfte. Kaum eine Pflanze hat solch Gewebe festigende, klärende und entzündungshemmende Eigenschaften wie der Hamamelisstrauch, dessen Pflanzenwasser wir deshalb gerne in unserer Naturkosmetik einsetzen.

Blüten im Schnee

 Wenn der Winter hereinbricht und der ganze Wald und die Hecken verschneit sind und die Pflanzen sich in die Wurzeln zurückgezogen haben und ruhen, kann man das Wunder der Zaubernuss erleben. Mitten in der Winterlandschaft treiben an den Spitzen des kahlen Strauchs hellgelbe, korallengleiche Blüten aus, die sich nur bei sehr tiefen Temperaturen wieder leicht einrollen. Deswegen wird dieser schöne Winterblüher auch gerne bei uns gepflanzt.

Er war vor den Eiszeiten in unseren Wäldern heimisch. Zusammen mit einer japanischen und chinesischen Art der Zaubernussgewächse hat die Virginianische Zaubernuss Hamamelis virginia das Vorrücken der Gletschermassen in Nordamerika überlebt.

Dort wurde die Hamamelis von den Indianern als wichtige Heilpflanze verehrt und als blutstillendes und wundheilendes Mittel verwendet. Die Krieger und Lacrose-Spieler rieben sich ihren Körper vor den Kämpfen mit Hamameliswasser ein, um ihre Muskeln beweglich zu halten und sich vor Muskelkater zu schützen. (1)

Von Pflanzensammlern und -jägern

Peter Collinson, ein Londoner Tuchhändler, der auch ein geachteter Botaniker und leidenschaftlicher Pflanzensammler war, liess den Strauch wieder in Europa einführen. Über seinen langjährigen Brieffreund Benjamin Franklin hatte er Kontakt zu einem Farmer und Pflanzenjäger aus Philadelphia bekommen.

Dieser Farmer, John Bartram genannt, schickte ihm gegen die Zahlung von fünf Guineen pro Kiste Saatgut, Wurzeln und Pflanzen von seinen Streifzügen durch Amerika zu. In einer dieser Kisten gelangte die Virginische Zaubernuss wieder nach Europa, oder genauer gesagt nach England, wo sie 1736 das erste Mal schriftlich erwähnt wird. (2)

Hilfreiche Zauberkräfte

Der Name “Zauber”-Nuss könnte auf die ungewöhnliche Winterblüte des Strauchs zurückzuführen sein. Doch auch seine aussergewöhnlichen Heilwirkungen kommen dem “Zaubern” gleich. So ist das Wasserdampfdestillat der Hamamelisrinde ähnlich entzündungshemmend wie kortisonhaltige Salben und Studien haben gezeigt, dass Hamameliswasser Entzündungen der Haut durch UV-Strahlung deutlich reduzieren kann. (3)

 

Hamamelis bei Liflore

Hamamelis ist auch der Spitzenreiter der adstringierenden, also gewebefestigenden Pflanzen. Als Resultat wirkt es ausgleichend auf fettige Haut und zieht die Hautporen zusammen. Das ergibt ein feineres Hautbild und macht das Destillat aus der Rinde des Strauchs mit seinen antioxidativen und hautklärenden Eigenschaften zu einem idealen Inhaltsstoff bei Produkten für fettige und unreine Haut:

FÜR REINHEIT:

Die adstringierende Zaubernuss hilft auch die Kopfhaut zu beleben, den Haarwuchs anzuregen und hat eine tonisierende und beruhigende Wirkung auf den Haarboden. Das macht es zu einer unverzichtbaren Zutat in unserem Haartonikum:

FÜR SCHÖNES HAAR:

Das Destillat der Zaubernuss beruhigt gerötete und gereizte Haut und hilft den Säureschutzmantel wiederherzustellen. Wir verwenden es deshalb gerne in unseren Aftershaves. Und auch weil uns der leicht herbe, holzige Geruch des Hamameliswassers so gut gefällt:

FÜR MÄNNER:

Quellen

(1) Wandernde Pflanzen, Wolf Dieter Storl, 2012
(2) Who ist Peter Collinson, millhill.org.uk, 2020
(3) Das grosse Buch der Pflanzenwässer, Susanne Fischer-Rizzi, 2014