Aus den kleinen Kernen des Arganbaums wird ein wertvolles, seltenes Öl für die Hautpflege gewonnen. Durch seinen hohen Gehalt an antioxidativen Carotinoiden und hautschützenden Phytosterolen ist es ein ideales Pflegeöl für trockene und reife Haut.

Ein uralter Baum

Der bis zu 20 Meter hohe Arganbaum Argania spinosa kommt heute nur noch im Südwesten von Marokko vor. Dort soll er schon seit 80 Millionen Jahren wachsen. Das Arganöl wird von den Einheimischen schon lange geschätzt. Dagegen entwickelte sich der Boom um das „flüssige Gold der Berber“ in Europa erst in den 1990er Jahren. Seitdem erfreut sich das aus den Samenkernen des Arganbaums gewonnene Öl wachsender Beliebtheit in der Gourmetküche und in der Naturkosmetik.

 

Harte Nuss – kleiner Kern

Die reifen Früchte des Arganbaums werden von Hand aufgelesen, vom Fruchtfleisch befreit und fehlerhafte Kerne aussortiert. Die guten Kerne werden mit Hilfe von zwei Steinen vorsichtig geöffnet, ohne die inneren Samenplättchen zu beschädigen. Das ist eine schwierige Aufgabe, da die Kerne 15-mal so hart sind wie Haselnüsse und man zum Öffnen genau die Nahtstelle der Schale treffen muss.

Um an das Öl zu gelangen, müssen nun die Samen entweder nach traditioneller Weise in Steinmühlen zu einem Brei zermahlen werden, der unter Zugabe von heissem Wasser solange geknetet wird, bis das Öl austritt. Oder die Plättchen werden in grösseren Kooperativen in modernen Ölpressen kalt gepresst, was zu einer höheren Ölausbeute führt.

Das flüssige Gold der Berber

Arganöl wird nicht umsonst „das flüssige Gold der Berber“ genannt. Es ist reich an hochwirksamen Fettbegleitstoffen wie Vitamin E Komplexen, Carotinoiden und Phytosterolen:

  • Carotinoide gehören zu den natürlichen Pflanzenfarben, die verschiedene gesundheitsfördernde Wirkungen auf den Körper und die Haut haben. Ein Carotinmolekül ist in der Lage, über 1000 freie Radikale zu entschärfen! (1) Ausserdem regen die Farbstoffe die Bildung von neuen Hautzellen an.
  • Die im Arganöl enthaltenen Phytosterole Schottenol und Spinasterol hemmen Enzyme, die angeregt durch UV-Strahlung, die Strukturproteine unserer Haut angreifen können. Die Phytosterole wirken so gegen Hautalterung und Faltenbildung. Sie schützen ähnlich wie Carotinoide und Vitamin E Komplexe vor freien Radikalen und unterstützen die Regenerationsfähigkeit der Haut.

Arganöl macht die Haut geschmeidig und widerstandsfähig und ist ideal für die Pflege von trockener und reifer Haut. Doch auch unreine und fettige Haut kann durch den hohen Gehalt an Linolsäure und dem ausgewogenen Fettsäureprofil des Öls profitieren.

 

Ein Ökosystem in Gefahr

Der Arganbaum ist der tragende Pfeiler in einem System landwirtschaftlicher Nutzung, das sehr mit dem harten Klima Südmarokkos harmoniert. Der hohe Baum kann mit seinem Wurzelsystem Wasser aus bis zu 30 Metern Tiefe hervorholen. Seine weit auslandende Krone spendet Schatten für andere Nutz- und Wildpflanzen, wie Getreide, Gräser, Heil- und Aromapflanzen und bildet zusammen das Nutzungssystem “Arganeraie”. Diese extensiven Waldgärten haben seit Jahrhunderten Familien mit wertvollem Arganöl, Nahrung und Heilmitteln versorgt und waren Lebensraum für eine Vielzahl von wilden Pflanzen und Tieren.

Mit der Neuzeit kam der Wunsch nach mehr Modernität und einer agroindustriellen Landwirtschaft mit weniger Handarbeit auf. Viele Arganbäume wurden gefällt. Die Baumgärten und lichten Wälder wurden in produktivere Felder umgewandelt. Gleichzeitig dazu brach ein Bauboom los, dem viele der alten Bäume zum Opfer fielen. Sie wurden gerodet für den Bedarf von Brenn- und Bauholz. Die Beweidung durch Ziegen und die Gewinnung von Tierfutter schwächte die Bäume zusätzlich. Und es wurden schlichtweg keine neuen Bäume nachgepflanzt.

Die Rettung über “Wertschätzung”

Fast wäre die 80 Millionen Jahre alte Geschichte des Arganbaumes in Marokko zu einem Ende gekommen. Wer diese Aussage für übertrieben hält, mache sich bewusst, dass Arganbäume noch anfangs des letzten Jahrhunderts auch in anderen Ländern des Maghrebgebietes, wie zum Beispiel in Mauretanien wuchsen; dort aber heute komplett ausgestorben sind. (2)

Die Folgen der Fällungen der Arganbäume in Marokko waren heftig. Der Grundwasserspiegel senkte sich, die Artenvielfalt ging stark zurück, Felder wurden unfruchtbar, wertvoller Oberboden ging verloren und die Wüste begann sich langsam auszubreiten. Diese eindrücklichen Folgen und ein aufgekommenes Interesse aus Europa am wertvollen Arganöl führte zum Projekt “Der Erhaltung und Entwicklung der Arganerien”. Ein Biosphärenreservat wurde eingerichtet und der Arganbaum unter Schutz gestellt. Ein wichtiger Teil des Schutzplans war es, die Wertschöpfung des Öls für die regionale Bevölkerung zu steigern.

Und so findet heute allmählich ein Umdenken statt. Bedarf und Preise für Arganöl sind weiter am Steigen. Neue Bäume werden gepflanzt, alte Bäume sind nicht nur einfach unter Schutz gestellt, sondern es ist im Interesse der ganzen Nutzungsgemeinschaft, keine Bäume mehr zu fällen, die so wertvoll für ihre Gemeinschaft und ihr Ökosystem sind.

 

Arganöl bei Liflore

Wir setzen wertvolles biologisches Arganöl in vielen Liflore Produkten ein, da es sehr positive Wirkungen auf die Haut hat.

FÜR BERUHIGUNG:

Durch seine hochwertigen Inhaltsstoffe beruhigt Arganöl geschädigte und empfindliche Haut. Es hilft die natürliche Hautschutzbarriere der Haut wiederaufzubauen.

FÜR REGENERATION:

Arganöl schenkt der Haut Feuchtigkeit und fördert die Elastizität der Haut. Auch bei hormonell bedingter Hauttrockenheit zeigt das wertvolle Öl eine gute Wirkung.

FÜRS JUNGBLEIBEN:

Das „flüssige Gold der Berber“ ist besonders fürs Jungbleiben sehr hilfreich: Passend zu einer Pflanze aus sehr heissen Regionen schützt Arganöl die Haut vor Feuchtigkeitsverlusten. Es wirkt straffend und beugt mit seinen vitalisierenden Inhaltsstoffen der Hautalterung vor.

FÜR SCHÖNES HAAR:

Arganöl macht das Haar glatt, geschmeidig und besser kämmbar und ist somit ideal bei trockenem, sprödem und zu Spliss neigendem Haar.

FÜR MÄNNER:

Diese Creme verhilft unter anderem dank dem Arganöl zu einem strafferen und frischeren Hautbild.

 

Quellen

(1) Hautnah, Yael Adler, 2016
(2) Ethnoeconomical, Ethnomedical, and Phytochemical Study of Argania spinosa, Zoubida Charrouf, Dominique Guillaume, 1998